Digitalproofs, allgemein PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Bernhard Rasche   

Digitale Proofverfahren


Seit Mitte der Neunziger Jahre haben in der Druckvorstufe digitale Verfahren mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Heute werden schätzungsweise 90% der Druckarbeiten ganz oder teilweise digital produziert. Folgerichtig sind heute digitale Proofsysteme das Mittel der Wahl. Schließlich wäre es unsinnig und teuer, allein für den Proof einen Druckfilm anzufertigen, wenn ein solcher – z. B. bei der Arbeit mit einem CtP-System – zum Drucken gar nicht erforderlich ist. Außerdem arbeiten digitale Proofsysteme – einmal korrekt installiert – in aller Regel schneller, unkomplizierter und billiger als ihre analogen Gegenstücke. Die Hardware besteht aus einem elektronischen Drucker, der in einem der sogenannten Non-Impact-Verfahren arbeitet, also zum Beispiel einem Inkjet- oder Thermosublimationsgerät. Die zugehörige Software (meist eine Kombination aus Raster Image Processor, Farbmanagement-Modul und Workflow-Lösung) ist dafür zuständig, die ankommenden Daten zu verarbeiten und in das druckerspezifische Format umzuwandeln. Darüber hinaus wird hier das Farbmanagement erledigt.

Bei digitalen Proofsystemen wird die Farbanpassung über Farbprofile gesteuert (man unterscheidet hier zwischen ICC-basierten und proprietären Farbprofilen). Das macht sie sehr viel flexibler als analoge Systeme, denn durch den einfachen Austausch der Profile können verschiedenste Druckverfahren, Haus- und Branchenstandards wiedergegeben werden. Auch ist es möglich, auf Inkjet-Druckern verschiedenster Hersteller und Bauformen übereinstimmende Ergebnisse zu erreichen.

Neben diesen beiden Profilarten (ICC-basierten und sog. "proprietären" Profilen) beginnt sich letzthin das sog. Device-Link Profil durchzusetzen. Dieses besitzt Vorteile bezüglich einer noch genaueren Farbwiedergabe und im Schwarzaufbau.

Allerdings werden digitalen Druckverfahren auch heute noch teilweise Defizite in der Wiedergabequalität nachgesagt. Tiefenzeichnung, Verläufe, schwierige Graubalancen und ähnlich anspruchsvolle Bildteile werden von den analogen Proofverfahren meist etwas besser, d. h. dem Auflagendruck ähnlicher, wiedergegeben.

Mittlerweile sind diese Nachteile nicht mehr vorhanden, besonders seit "Blackmagic" bereits 1995 als Weltneuheit seinen "Bitmapwandler" vorgestellt hat, der Proofs von der gerippten Datei eines Belichter-RIPs (CtP oder CtF) erstellt. Damit wurde weltweit erstmals das ROOM-Konzept (Abkürzung für: Rip Once - Output Many) verwirklicht, mit dem die Inkonsistenz und Fehlerbelastung durch den zweimaligen RIP-Prozeß (einmal für den Proof, ein zweites Mal für die Film- oder Plattenbelichtung) ausgeschaltet wurde. 1995 gab es allerdings nur Drucker mit geringer Auflösung, d.h. mit 300 dpi (Bubble-Jet-Technologie), bzw. 360 dpi (Piezo-Technologie), wodurch nur ein inhaltlicher, aber noch kein farbverbindlicher Raster-Proof möglich war. Erst die Entwicklung hochauflösender Drucker mit 1440 und 2880 dpi ermöglichte die farbrichtige Wiedergabe mit der Darstellung der Original-Rasterpunkte.

 

(Artikel basiert auf dem Wikipediaeintrag, zu finden unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Proof_(Druck) 

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